Ebay: Versandkosten vs. Portokosten

Bei Ebay wird in der Angebotsbeschreibung der Begriff “Versandkosten” verwendet. Viele Ebay Käufer haben aber nur den Begriff “Portokosten” oder “Porto” im Sinn.
Weil ich kürzlich schon zum zweiten Mal auf diesen Konflikt angesprochen wurde dieser Beitrag.

Nach meiner Ansicht sind Versandkosten zusammengesetzt aus dem eigentlichen Porto, den Kosten für Verpackung und dem Aufwand, um die Ware zu verschicken. Andere Leute sind offensichtlich der Meinung, dass Versandkosten nur aus Porto bestehen und immer minimal sein müssen.

Diese Ansicht kann ich absolut nicht teilen.
Zum Beispiel die Verpackung. Wenn man nicht gerade die passende Verpackung im Keller liegen hat, dann muss man eine kaufen oder sich auf die Suche machen, wo man eine kostenlos bekommt. Beides verursacht einen manchmal nicht unerheblichen Aufwand.
Oder der Versand der Ware. Das nächste Postamt ist bei mir nicht gerade um die Ecke. Dank den Einsparungen bei der Post ist auch der nächste Briefkasten direkt beim Postamt. Um eine Sendung loszuwerden muss ich also immer direkt zur Post. Bei Paketen oder wenn der Briefmarkenautomat wieder mal nicht funktioniert, darf ich mich auch noch am Schalter anstellen. Wie lange das dauern kann, wird jeder aus eigener Erfahrung kennen. Alternativen wie Paketdienste sind noch weiter entfernt und teilweise nur zu Zeiten zu erreichen, zu denen ich eigentlich schon bei der Arbeit sein sollte.

Durchschnittlicher zeitlicher Aufwand für beide Punkte: Sorgfältiges Verpacken mindestens 10 Minuten, Versand mindestens 20 Minuten. Eine halbe Stunde, die für jedes noch so kleine Briefchen draufgeht.

Aus diesen Gründen erlaube ich mir bei meinen Ebay-Auktionen die Versandkosten ein paar Cent bis zu einem Euro über den reinen Portokosten anzusetzen. Immer abhängig von dem Aufwand, den ich wahrscheinlich haben werde.
Anbieter, die nur die Portokosten ansetzen sind wohl echte Menschenfreunde. Oder sie quetschen ihre Waren in unpassende Verpackungen. Oder sie sind sich nicht im klaren, welchen Aufwand sie bei einem Verkauf haben werden. Oder …

Was ich nun überhaupt nicht verstehe, wieso manche Leute ein Höchstgebot abgeben, obwohl sie mit den Versandkosten oder der Versandart nicht einverstanden sind.
Die stehen doch klar und deutlich in der Angebotsbeschreibung! Wenn mir die zu hoch erscheinen, dann biete ich doch nicht! Oder ich frage vor Auktionsende nach, ob man die Versandkosten senken könnte.

Die Meinungen von anderen Ebay-Verkäufern und Käufern zu dem Thema würde mich sehr interessieren.

7 Kommentare zu „Ebay: Versandkosten vs. Portokosten“

  1. René sagt:

    Habe den Beitrag gerade gelesen, da ich auf der Suche nach Kommentaren zu diesem Thema bin.
    Habe vor kurzem einige Bilder bei Ebay versteigert.
    Ziemlich groß, so 100 X 80 cm.
    Habe die Versandkosten je nach Größe so zwischen 10,- und 20,- Euro angegeben.
    Dann hat sich ein Ebay Mitglied gemeldet, und gefragt, ob bei mehreren gewonnenen
    Auktionen nur einmal Versandkosten berechnet werden.
    Dies habe ich bejaht, mir der Einschränkung, daß, wenn das Gewicht steigt, sich
    die Versandkosten erhöhen können.
    Der Käufer hat dann 4 Bilder ersteigert.
    Diese wiegen mal locker 15 Kilo, wenn nicht noch mehr.
    Laut Auktion wären 2 x 20,-€ und 2 X 10,- € Versand fällig gewesen.
    Insgesamt also 60,- €.
    Ich habe dann dem Käüfer angeboten, die 4 Bilder für 33,-€ Versandkosten mit dem Hermes – Versand zu schicken.
    Darauf hin bekam ich eine Mail, daß der Betrag der Bilder zzgl. 20,-€ Versand
    bereits überwiesen wurde, und der Käufer nicht geboten hätte, wenn er mehr als 20,- €
    Versand bezahlen müßte.
    Der Witz ist: Der günstigste Versand ist der Hermes Abhol – Service für XL Pakete
    für 25,80 € , da Pakete in dieser Größe nicht im Paket Shop abgegeben werden können.
    Ich habe zum verpacken fast 3 Rollen Paket – Band verschlissen, sowie zwei Umzugskartons , die ich auch nicht geschenkt bekomme.
    Ich denke, daß 33,-€ da nicht zu viel sind.
    Der Käufer mailte mir, ich könne das Paket ja auch selbst abgeben, um Geld zu sparen.
    Das geht aber nicht, selbst wenn, hätte ich keine Lust das Ding zu Hermes zu schleppen,
    um mir dann sagen zu lassen, daß Pakete in dieser Größe nur abgeholt werden.
    Ich habe ihm mitgeteilt, daß er offensichtlich Portokosten mit Versandkosten verwechselt, und daß es, seit es Pakete gibt, Versandkosten sich aus Verpackung und Porto zusammensetzen.
    Letztendlich habe ich darauf bestanden, die restlichen 13,-€ bezahlt zu bekommen,
    sonst würde ich die Bilder nicht verschicken, und den Kaufpreis erstatten.
    Nun will de Käufer bezahlen, aber mir für jedes Bild ein schlechtes Feedback bei Ebay geben.
    Es ist echt zum Kotzen,wenn man mit solchen Leuten bei Ebay zu tun hat.
    Ich muß fairerweise sagen, daß es sich hier um einen Einzelfall handelt.
    Das reicht mir aber schon.
    Gruß,
    René

  2. kris sagt:

    Viel Glück mit Deiner Einstellung! Ich habe bei Ebay auf die harte Tour gelernt, dass man seinen Instinkten trauen soll. Sobald einer auch nur ein klein wenig unseriös wirkt, gibt es meistens Ärger.

    Bei völlig absurden Portokosten frage ich, ob es ein Versehen ist. Wenn als Antwort sowas kommt wie “Ich darf kassieren, was ich will, solange es da steht”, dann biete ich nicht mit. Ich meine, der Verkäufer hat vielleicht aus juristischer Perspektive Recht, aber ich muss mit solchen Leuten keine Geschäfte machen.

  3. Ralf sagt:

    Um Ärger aus dem Weg zu gehen gebe ich
    grundsätzlich nur die Portokosten an.
    Das nutzt eBay und ich kann so deutlich
    besser verkaufen.
    Und darauf kommt es doch wohl wahrhaftig an.
    99,9% tricksen sich eh nur und ausschließlich selber aus.
    Und angeben tu ich auch nur die Onlinevariante.
    So kann man auch signalisieren, daß man sich
    im Internet etwas auskennt und das man
    einen echten PC mit DSL hat.
    Es gibt m.E. drei Typen:

    1) eBay- freundlich, nur Portokosten.
    2) eBay- agressiv, ein Teil der echten Gesamt-
    kosten.
    3) Der Schlaue; rationalisiertes Versandwesen,
    der viel mehr abkassiert, als er wirklich
    monetär zu beziffernden Aufwand hat;
    die machen ihren wahrhaftigen Gewinn
    mit Porto und nicht wie ein Presenthändler
    mit Gewinnspanne durch Ein- und Verkaufspreis.

    Veranschaulichung:

    Tatsächliche Kosten bei Typ 1 und 2 :
    12€
    Typ 1 erhebt 3,85€ versichert Hermes.
    Typ 2 erhebt 5,00€ versichert Hermes.

    Beide sind Dumm und Verlierer und der
    Typ 2 kann schon als gewissenlos bezeichnet
    werden, was nicht selten dazu führt, daß der
    Typ 2 ausrastet. Er hat nämlich immer noch
    7€ Verlust. Bei Kleinstartikel ist die
    Mülltonne mit weniger Verlust behaftet.

    Der Typ 3 ist der Gewinnertyp, der weiß wie es geht:
    Tatsächliche Gesamtkosten 2,20€ ( nicht selten
    versteckte Warensendung; bei Akkus sind es gar
    nur insgesamt 1€ über 70 Cent Warensendung )
    und hat mit mindestens 2,80€ Nettogewinn
    sein Verkauf abgewickelt.
    Ob er nun beim Akku zu 1€ einen Gewinn macht
    weiß wohl nur der Händler selbst.

    Fazit: Warum so kompliziert, wenn es so einfach
    ist. Ich gebe immer die Portokosten an und
    verkaufe nur teure Sachen wie z.B. ebooks,
    die per email verschickt werden und rege mich nun wirklich
    nicht auf, ich doch nicht.
    Grüße und schöne Tage
    Ralf

  4. Till Wollheim sagt:

    Bei den Portokosten muß einfach die Verhältnismäßigkeit stimmen – wie immer im Leben. Das ist übrigens auch ein ganz wichtiger rechtsstaatlicher Grundsatz!

    Ich kaufte bei einem Händler aus Hongkong einen Card-Reader zum Einbau in den 3,5″ Slot des PC. Preis 3 e – Porto 7 Euro. Völlig ok.
    Dann nahm ich um Porto zu sparen und weils so schön güntsig war, noch 4 USB-Stick-Cardreader dazu und – es war schon spät in der Nacht – übersah den haken. Jetzt bin ich bei 35 € Porto!!
    Das werde ich natürlich nicht bezahlen, denn es ist schlicht sittenwdirig. Der Verpackungsaufwand steigt ja schließlich nicht wesentlich durch 4 Sticks.
    Ich bot dem Händler jetzt an 15 € zu bezahlen. Wenn er darauf nicht eingeht, storniere ich einfach den Kauf nach dem Fernabsatzgesetzt, das gilt nämlich auch für einen Händler in Hongkong, da das Geschäft in D abgeschlossen wurde!

    tschüß
    Till

  5. Jens sagt:

    Ich stimme den Ausführungen von Tim Zylinski absolut zu. Versandkosten heißt Porto + Verpackung + zur Post bringen. Bei mir steht in meinen Angeboten immer dabei, was Versandkosten bedeutet, also woraus sie sich zusammensetzen. Mir entstehen nunmal – zzgl. zum Porto – Kosten, wie Etiketten, Stampit-Nutzungsgebühren, Packpapier, Karton, Benzin, etc. ,die ich nicht tragen will – schon gar nicht, wenn ich einen Artikel für 1,-€ versteigere. Von der Zeit ganz abgesehen – das würde eh keiner bezahlen. Ich persönlich halte 3,- € zzgl. zum Porto deshalb absolut für angemessen. Wenn man es genau nimmt, ist das natürlich zu wenig, aber… .
    Und meine Meinung ist auch, wer damit nicht einverstanden ist, der sollte nicht bieten. Hinterher bei den Sternen schlecht, oder sogar negativ zu bewerten, oder sich zu beschweren, finde ich völlig daneben. Jeder der des Lesens mächtig ist, sollte dies zuerst tun und dann entscheiden, ob er bietet oder nicht. Ich habe das Gefühl, daß Viele nicht richtig lesen, oder ignorieren und hinterher schlecht bewerten. Ich meine Ebay sollte diesen Stern anschaffen. Auch negative Bewertungen, welche Versandkosten betreffen, sollten von Ebay gelöscht werden, wenn die Versandkosten im Angebot angegeben waren. Wie gesagt, der Käufer hätte ja nicht bieten brauchen. Bietet er, so akzeptiert er auch die angegeben Versandkosten und dürfte die im Nachhinein nicht schlecht bewerten können. Oder, einzig und allein dann, wenn die Versandkosten im Angebot nicht angegeben waren (kommt ja auch vor), sollte eine Bewertung dieser möglich sein.

    Gruß
    Jens

  6. moses sagt:

    Bitte bedenken: Der gewerbliche Verkäufer muß zwingend versichert versenden, da er uneingeschränkt für Verlust oder Beschädigung haftet, selbst dann, wenn der Käufer unversicherten Versand wünscht, um kosten zu sparen.

  7. Anie sagt:

    Kann da auch nur Tims Kommentar zustimmen!
    Es wäre sinnvoll, wenn es da von Ebay direkt eine Verpackungskostenpauschale gäbe (ich spreche hier nicht vom Versand, der kann ja so bleiben). Aber als Verkäufer wird man ja quasi dazu genötigt, etwas an Versandkosten dazu zu schlagen, damit die entstandenen Unkosten für Aufwand, Sprit, Verpackung, Klebeband, Parkgebühr….- nicht jedes Postamt hat einen kostenlosen Parkplatz…) gedeckt werden.

    Und Ebay könnte dies mit einer gestaffelten Tabelle (auf unterschiedliche Größen zugeschnittene Verpackungen plus Aufpreis Sprit, Parkgebühren) direkt anbieten.
    Dann gäbe es dieses Hin und Her mit den Versandkosten nicht mehr, weil es dann einheitliche Richtlinien gäbe.

    Mittlerweile gibt es ja sogar Produkte, wo es Versandkostenfrei verschickt werden muss! Kein Wunder, dass die Ebayer da auf die Palme gehen. Denn wer zahlt schon gerne drauf!
    Zudem ist Ebay immer der Gewinner!
    Wenn man sich genötigt fühlt, die Verpackungs/Versandkosten mit in seinen Verkaufspreis einzubringen, erhöhen sich natürlich auch die Ebay Gebühren! And the winner is……..
    Na dreimal dürft ihr raten!

    LG
    Anie

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